Einträge getaggt mit hiphop.

Rap vom Campus: K.Flay

Was ist da los an der US-Westküste? Nach Kreayashawn und Iggy Azalea gibt´s schon wieder den nächsten Hype um eine frische, weisse (“kaukasisch” klingt irgendwie ungewohnt, oder?) Rapperin, und zwar K.Flay (gebürtige Chicagoerin) aus der Bay Area. 

Erfreulicherweise beeindruckt die Stanford-Absolventin dabei nicht durch hysterischen Ghettopussy-Chic, sondern eher mit ihrer Musik: clevere Lines und ein solider, unaufgeregter Flow. Dazu kommt ihr Talent als Beat-Produzentin, welches Kristine Flaherty, wie sie mit bürgerlichem Namen heisst, bereits einen offiziellen Beastie Boys-Remixauftrag bescherte. Hier ihr letztes Video:

  12/03/11 at 12:03pm

Es blüht die Azalea - White Girls Can Rap

Die Zeichen stehen wohl grad günstig wegen dem Wirbel um Kreayshawn - hier also der nächste potentielle Whitegirl-Rap-Hype von der US-Westküste: Die noch ungesignte,  21-jährige Iggy Azalea zog bereits vor geraumer Zeit von Australien nach LA, um dort ihr Rapglück zu machen. Produzent Polow Da Don fördert sie und Dr. Dre hat sie neulich im Studio besucht..

Wohlgemerkt scheint sie anders als besagte Kollegin nicht vor laufender Kamera das N-Wort zu benutzen, immerhin. Dafür heisst ihr kürzlich gehyptes Video “Pussy” und kommt dementsprechend mit den üblichen, altbackenen Gimmicks: Heisse Rapbitch schleckt lasziv Eis im Gangviertel - zwar authentisch (Rollin 60s-Hood), aber nervend. Da schauen wir mal lieber den gerade frisch veröffentlichten Clip “My World” von ihr an, mal sehen was der kann:

  11/11/11 at 01:11pm

Beats, Rhymes und Puzzlebilder

 

Ihr Hiphop-Heads kennt das ja: nach einem anstrengenden Tag auf der Street will man/frau eigentliche zuhause nur noch chillen, fette Beats hören und ordentlich puzzlen. Jawohl, das Warten hat ein Ende, endlich können alle Rapfans ihre Freizeit mit korrekten Puzzlebildern verbringen. Die Hipster von “Get On Down” haben einige klassische New Yorker Rap-Albencover in Puzzelform gebracht, damit wir wie einst schon unsere Grossmütter nun true to the game am Wohnzimmertisch abrocken. Ab sofort heisst es also: “ich find die Zunge von Biz Markie nicht”, “wo ist das Stück mit KRS-Ones Knarre”, “ich hab die Hinrichtungsszene von Kool G. Rap fast fertig” und “du hast die Graffititags bei Just-Ice verwechselt”.

  10/03/11 at 09:00am

Sylvia Robinson 1936 - 2011

Sie brachte Rap in die Hitparade: Sylvia Robinson produzierte 1979 via Familieneigenem Label Sugar Hill den Track “Rapper´s Delight”, eingerappt von flugs zusammengetrommelten Rappern aus der Nachbarschaft, die sie “Sugar Hill Gang” taufte. Der Rest ist Hiphop-Geschichte. 

Robinson, die bereits in den späten 1950ern selbst performte und eigene Releases hatte, legte somit als Frau quasi den kommerziellen Grundstein für ein reichlich männerdominiertes Phänomen. Auch ihre Produktionsbeteiligung am anschliessenden Rap-Klassiker “The Message” von Grandmaster Flash unterstrich ihre Rolle im noch jungen Genre. Nun verstarb Sylvia Robinson am Morgen des 29. Septembers in New Jersey an Herzversagen, sie wurde 75 Jahre alt. Danke für Hiphop. R.I.P.

  10/02/11 at 09:17am

Partir….R.I.P. DJ Mehdi

Soeben erfuhren wir vom Ableben von DJ Mehdi. Laut diverser französischer Medien stürzte gestrigen Montag anscheinend ein Zwischengeschoss in einer Pariser Wohnung ein und verursachte den Tod des 34-jährigen DJs/Producers. Nähere Informationen stehen noch aus. Der “Social Club” in Paris, welcher stark mit Mehdis Label und Umfeld Ed Banger verbunden ist, wird heute als Trauerbekundung geschlossen bleiben.

Mehdi war bereits in den 1990ern, lange vor der Ed Banger-Zeit/-Hype, ein wichtiger Akteur der französischen Musikszene, damals noch stärker Hiphop-orientiert (z.B. Mafia K´1 Fry). Zum Abschied sein -wie wir finden- schönster und wahrscheinlich auch traurigster Song, zusammen mit Diam´s (unterer/voriger Post).

Au revoir DJ Mehdi!

  09/13/11 at 06:41pm

Black Keys präsentieren BlakRoc 2

Wir lieben Hiphop (z.B. wegen Roebus One). Und wir lieben die Black Keys (wegen ”Girl Is On My Mind”). War also klar, dass wir damals, vor knapp zwei Jahren, “BlakRoc” abfeierten. Demnächst kommt nun Teil 2:

 

Dieses mal Features u.a. mit OC, Curren$y und Whiz Khalifa!

  09/08/11 at 02:50pm

Gassi in St. Tropez: Karl Lagerfeld dreht mit Snoop Dogg

 

Roy Black-Coverversion, Freestyle mit Paris Hilton, Pornovideos mit Rapeinlagen und freigesprochen von einer Mordanklage: Snoop Dogg, Rapper und ehemaliges Gangmitglied (Rollin 20s Crips) ist, äh.. facettenreich. Das muss sich wohl auch Modezar Karl Lagerfeld gedacht haben.

Der 77jährige Designer (of Chanel-fame) dreht nämlich gerade ein Video mit dem Gangsterrapper, und zwar zum Song “St. Tropez” mit Snoops Musikerkollegen Jean-Roch Pedri. Urbane Verbrecherästhetik und fette Beats sind Herrn Lagerfeld dabei keineswegs neu. Schon 2008 mimte er für das berüchtigte Videospiel “Grand Theft Auto IV” den Radio-DJ - mit der tatsächlichen Musikselektion aus seiner riesigen Plattensamlung. Ob sich der Stilpapst aber nun für sein Machwerk von Mr. Doggs älteren Videos inspirieren liess, ist nicht bekannt.

  09/02/11 at 07:00pm

Eine Fackel wird 40: Geburtstagsparty mit Torch

 

Er ist sowas wie das gute/schlechte Gewissen von Hiphop in Deutschland: MC Torch schuf mit “Fremd im eigenen Land” (Advanced Chemistry) die Grundlage für deutschsprachigen Rap. Als Aktivist der ersten Stunde war er zwar nicht immer ganz unumstritten, doch gilt er wegen seiner langjährigen Verdienste um die True-School (Zulu Nation, SCM, 360° Records, DJ Haitian Star) zweifelsohne als DIE deutsche Hiphop-Instanz.

Anlässlich seines 40ten Geburtstags wird die Szene dem Fackelmann Ende September dieses Jahres den gebührenden Respekt zollen. Eine ganze Woche (!) lang wird in seiner Heimatstadt Heidelberg gefeiert, und wie: U.a. werden Partys, Kinofilm, Poetry-Slam, Workshop, eine riesige Graffiti-Jam, B-Boying und Stadtführungen im Zeichen des Geburtstagskindes stattfinden. Natürlich gibt es auch ein Konzert mit vielen Kollegen aus der guten alten Zeit: Jan Delay, MC Rene, DJ Stylewarz und viele mehr werden sich die Ehre geben. Auf zum Neckar!

  08/29/11 at 02:02pm

Formt das €: Die Orsons jetzt bei Universal

Der Casper-Hype. Bereits nervig? Vielleicht. Jedenfalls interessiert sich dank ihm -und entsprechender Verkäufe- nun auch wieder mal die Industrie für neuen Deutschrap. Tatsächlich schien es so nur eine Frage der Zeit, wann die Orsons zum Handkuss kommen sollten. Gewannen sie doch schon letztes Jahr als Vorband für Fettes Brot massig die Herzen des Pop-Publikums. Nicht zu vergessen die aufsehenerregende Soulja-Boy Coverversion. Und dann noch die zahlreichen Soloaktivitäten der Einzelmitglieder.  

Jetzt hat also der Musikriese Universal einen Deal mit Chimperator, der Labelheimat der Band, ausgehandelt. Das O wird ab sofort im Majorstil geformt, als Solokünstler bleiben Tua, Kaas, Maeckes und Plan B aber weiterhin independent. Klingt clever. Wir drücken den Orsons die Daumen! 

  08/01/11 at 07:33pm

Next Level Rap: Roebus One

Das Tolle an tumblr ist ja, dass mensch dort (noch) wirklich verborgene Schätze im Posting-Dschungel finden kann. So stiessen wir vor Kurzem via jkell6969´s Blog auf den fantastischen Roebus One: US-Untergrundrap trifft unpeinlich auf Emo-Indie, jawohl, jemand sollte Casper (falls dieser alte Musicblogfuchs ihn nicht eh schon kennt) informieren, da gibt es einen in New Jersey mit ähnlichem Ansatz.

Und was für ein Typ: Der Bub schaut ohne Bart aus wie 13, samplet Anthony Green und flowt souverän wie ein langgedienter MC. Und dann spielt er in seinem Nebenprojekt namens “Jodie Fosterchild” auch noch Progressive Rock (!). Geht es noch cooler? Am 15. Juli bringt Roebus sein (zweites?) Album “Inside The Diorama” in Eigeninitiative raus. Wir wissen nicht, ob er in einem Jahr schon Odd Future als die nächste US-Rapsensation abgelöst hat, verdient hätte es der Knabe aber allemal. Seht selbst:

  07/13/11 at 01:58pm

Hugs & Kisses von Casper

Abseits der harten Strassenrapschiene geht eine Handvoll Deutschrap-Artists neue Wege ohne ständiges Herumgängstern. Neben den Chimperator-Leuten, K.I.Z., Marteria und Prinz Pi gilt vor allem Casper als neuer Hoffnungsträger. Jetzt steht dessen zweites Album “XoXo” kurz vor der Veröffentlichung (kommt am 8. Juli raus).

Mensch kann gespannt sein, denn der ab und an als Emo-Rapper verschriene Künstler hat einen breiten Musikhorizont. So sang/röchelte er zeitweise in einer Hardcorekombo, war kurzzeitig Labelmate von Kollegah und schuf schon eine Rap-Version von Anthony & The Johnsons´ “Cripple and The Starfish”. Ja, auch sowas gibt´s im Deutschrap. Lasset uns also auf Wunderbares hoffen. 

  06/15/11 at 04:16am

“Mogul”: Rap ist schwuler als ihr glaubt

Vor 3 Jahren veröffentlichte Terrance Dean das Buch “Hiding In Hip Hop”. Darin beschrieb der ehemalige MTV-Produzent seinen Werdegang und Erfahrungen im US-Musikbusiness und vor allem eine pikante Tatsache: Zahlreiche Artists im US-Hiphop, die offiziell ihr Macho-Image pflegen, leben heimlich schwul - das sogenannte “Down-Low”-Phänomen. Die Blogszene in USA lief damals heiss und obwohl Dean Pseudonyme für die jeweiligen Personen verwendete, wurden seitdem viel diskutierte Spekulationen losgetreten: Busta Rhymes? LL Cool J? Will Smith? 50 Cent?!?

Nun erscheint das neue Buch “Mogul” und dieses Mal handelt es sich zwar um einen Roman, doch beim Lesen wird schnell klar, dass der Autor auch hier auf reale Verhältnisse zurückgreift. Der Protagonist der Story ist ein aufstrebender Musikproduzent, der auf dem Weg zum Erfolg die Bekanntschaft mit der “Family” (alias der Down-Lowszene der Musikindustrie) macht und rasch deren Spielregeln begreift und anwendet. Der Veröffentlichungstermin ist am 14. Juni, doch schon jetzt gibt es hier Exzerpte mit spannendem Rätselraten -und Auflösung! “Society is not as ‘straight’ as it seems”. Gell, Diddy?

  06/04/11 at 03:33pm

Globaler Crossover: Drake, SBTRKT & Yukimi Nagano

Hey, was ist denn da passiert? Vor kurzem hat Rapper Drake aus dem Cash-Money Camp (Nicki Minaj und Lil Wayne) über den Track “Wildfire” des englischen Bass-Producers SBTRKT eine Strophe (bzw. einen 16er, wie mensch im Hiphop zu sagen pflegt) gelegt. Insofern eine interessante Mischung, da Drake in den USA mit seinen Charterfolgen und Rhianna-Feature quasi beim Superstardom angekommen ist, während der experimentierfreudige Beatbastler aus London hingegen ausschliesslich mit Ethno-Maske auftritt, um in guter alter Daft Punk-Tradition seine Anonymität zu wahren. Dementsprechend erfrischend ist auch das Ergebnis, US-Newschoolrap trifft auf britischen Futurebass. Der Refrain-Gesang von Yukimi Nagano, ihres Zeichens Frontfrau der schwedischen Elektronikband Little Dragon, macht den globalen Crossover perfekt. Hier anhören.

  05/23/11 at 11:25am

Ugly Duckling auf Kurzbesuch

Der zweitbekannteste Hiphop-Export aus Long Beach/California nach Snoop Dogg ist wohl das Trio Ugly Duckling. Classic Rap mit Superflows und dauergroovenden Beats, dazu noch ganz Gangsterism-frei, ist doch auch mal schön. Und seien wir ehrlich, schon allein für “A Little Samba” gebührt ihnen ein Denkmal. Kein Wunder also, dass die Herren mit ihren energetischen Liveshows gern gesehene Gäste in Europa sind, deshalb freut uns ganz besonders die Kunde ihres Kurzbesuchs in der alten Welt. Neue Songs, vom fast fertigen Album “Moving at Breakneck Speed” (wird gerade abgemischt), sind sicher mit im Gepäck. Jeweils ein Konzert in Prag, Wien und Aarau (Festival) , gehet hin und feiert.

  05/20/11 at 10:19am