Speckige Ordner? Roman Flügel macht Fatty Folders

Roman Flügel hat zusammen mit seinem Musikpartner Jörn Elling-Wuttke schon einiges auf´s elektronische Kerbholz geritzt. Als Sensorama schufen die beiden mit “Echtzeit” (bekannt aus der TV-“Space Night”) den Song, den Kraftwerk gerne nach ihrer Rückkehr bzw. zur Expo 2000 geschrieben hätten. “Rocker” (als Alter Ego) war dann ihr umjubelter Beitrag zum Headbangsound in den Danceclubs der 00er-Jahre. Weiters die gefühlten 300 anderen Pseudonyme und EPs auf diversen Labels.
Angesichts dieses Outputs erstaunlich, dass es im Laufe seiner über 20-jährigen Karriere nicht schon eher passierte, aber nun hat Roman Flügel über das Hamburger Label Dial zum ersten Mal ein komplettes Soloalbum unter eigenem Namen veröffentlicht. Auf “Fatty Folders” zieht er gekonnt die Register der klassischen Tanzelektronik auf der musikalischen Landkarte: pumpendes Chicago, kantig-blubberndes Detroit, pulsierendes New York und eben wissendes Europa. Wir grooven dezent in der Erwachsenen-Disco.